PRESS I THE BERLIN HEARINGS

MACHEN WIR MAL EIN WELTGERICHT

„Regisseur Milo Rau bringt sein Tribunal zu den Verbrechen im Kongo nach Berlin. Ein Gespräch über Nürnberger Prozesse und symbolisches Sprechen.“

TAZ, 24.06.2015

 


 

DAS KONGO TRIBUNAL IN DEN SOPHIENSAELEN

„Ein Akt der Aufklärung im besten Sinne!“

RBB INFORADIO, 28.06.2015

 


 

GEWALTGESCHICHTEN AUF DER BÜHNE

„Der in Köln lebende Schweizer Theatermacher Milo Rau hat eine neue Form des Gerichtsdramas erfunden. Sein jüngstes Projekt behandelt ein afrikanisches Krisengebiet.“

DEUTSCHLANDFUNK, 28.06.2015

 


 

JUSTIZTHEATER ZWISCHEN WERTE- UND GEFÜHLSSTANDARTS

„Gefordert ist ein neues Wertesystem. Das Kongo-Tribunal ist ein erster Schritt in diese Richtung.“

SWR 2, 29.06.2015

 


 

MIT ALLEN MERKMALEN EINES MASSENVERBRECHENS

„Man kann nicht anders als größte Bewunderung dafür empfinden, wie der Theatermacher Milo Rau hier in die Wirklichkeit gelangt hat.“

NACHTKRITIK, 29.06.2015

 


 

DAS IST EIN ANFANG

„Mehrfach wird herausgestrichen, dass dieses von dem Schweizer Regisseur Milo Rau einberufene Tribunal zwar als Theater auftrete, aber als Anfang für den Weg zu echter Gerechtigkeit gelten könne.“

FRANKFURTER RUNDSCHAU, 29.06.2015

 


 

DIE KARTEN NEU VERTEILEN

„Milo Rau inszeniert sein „Kongo Tribunal“ in den Berliner Sophiensaelen – nun geht es vorrangig um die Verantwortung der multinationalen Unternehmen, Weltbank, EU und NGOs an den Kriegen im zentralafrikanischen Land.“

TAZ, 30.06.2015

 


 

THE MOST AMBITIOUS POLITICAL THEATRE EVER STAGED?

„Mixing a court of law with the theatrics of the stage, a landmark project investigates the 20-year DRC conflict, hearing from real victims, politicians and big business alike.“

THE GUARDIAN, 01.07.2015

 


 

WENN THEATER GRENZEN ÜBERSCHREITET

„Öffentlicher Raum der Bewusstseinsveränderung.“

NZZ, 01.07.2015

 


 

DAS THEATER GEHT AN DIE FRONT

„Wo Politik versagt, hilft nur die Kunst: Der Regisseur Milo Rau bringt den unfassbar grausamen Krieg, der im Kongo tobt, auf die Bühne.“

ZEIT, 01.07.2015

 


 

IMMERHIN EIN THEATERGERICHT

„Was kann Theater leisten angesichts von sechs Millionen Toten?“

TAGESANZEIGER, 01.07.2015

 


 

DE BERLIN À BERLIN, QUELQUES RAPPELS POUR LE TRIBUNAL SUR LE CONGO

„Le discours d’introduction du membre du jury Colette Braeckman pour les „Audiences de Berlin“ du 26 au 28 juin.“

LE SOIR, 01.07.2015

 


 

WENN DIE KUNST DIE JUSTIZ ERSETZT

„Das ZDF hat Milo Rau bei der Erarbeitung des „Kongo-Tribunals“ in Bukavu und Berlin begleitet – in „Aspekte“ läuft dazu ein langer Beitrag mit erstmals ausgestrahltem Material.“

ZDF ASPEKTE, 03.07.2015

 


 

MILO RAU ANALYSIERT DEN GLOBALEN ROHSTOFFKRIEG

„Die Geschichte wird uns richten.“

SRF, 03.07.2015

 


 

MEHR ALS „NUR“ THEATER?

„Der Schweizer Theatermacher Milo Rau hat in Afrika und in Berlin ein «Kongo Tribunal» veranstaltet. Es zeigt nicht nur die Misere im Kongo, sondern auch wie grosse Teile der Welt – auch wir – davon profitieren. Doch was bleibt von diesem Theatergericht mit realen Akteuren?“

SRF, 03.07.2015

 

 

 

THE BERLIN HEARINGS – Berliner Urteil (ger.)

 

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BERLINER URTEIL

Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin, Deutschland, am 29. Juni 2015

 

A. Vorbemerkung der Berliner Jury

In der Demokratischen Republik Kongo wurden in den letzten beiden Jahrzehnten zahlreiche Menschheitsverbrechen verübt – ohne bisher ansatzweise von Gerichten aufgearbeitet zu werden. Diese Straflosigkeit ist inakzeptabel! Um sie wirksam zu bekämpfen, müssen die kongolesische Regierung und die internationale Gemeinschaft die dafür benötigten Ressourcen bereitstellen. Die kongolesische Zivilgesellschaft sowie die lokalen Menschenrechtorganisationen und die Überlebenden von Gewalt müssen gestärkt werden.

 

Dabei ist der Aufarbeitung der Verbrechen durch nationale und – zu schaffende – gemischt national-internationale Tribunale eine Priorität zu geben. Wir rufen deshalb die kongolesische Regierung und die internationale Gemeinschaft dazu auf, alles Erdenkliche zu tun, dass diese Gemischten Kammern (Chambres Mixtes) Wirklichkeit werden. Als ultima ratio sollte jedoch auch der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag eine wichtige Rolle spielen, allerdings darf er in der Auswahl der vor ihm verhandelten Verbrechen nicht mehr so selektiv sein wie in der Vergangenheit. Nicht nur Gewaltverbrechen, sondern auch Wirtschaftsverbrechen müssen untersucht und strafrechtlich verfolgt werden.

 

B. Beschlüsse der Berliner Jury

Kommen wir nun zu den einzelnen Untersuchungsfeldern der Berliner Hearings:

1) die Verantwortlichkeit der internationalen Firmen und der Weltbank
2) die Verantwortlichkeit der EU und ihrer Mitgliedstaaten
3) die Verantwortlichkeit der Vereinten Nationen und der großen NGOs

 

1) Die Frage nach der Verantwortlichkeit der internationalen Firmen ist aus juristischer Perspektive schwierig zu beantworten. Denn viele der Aktivitäten der multinationalen Firmen mögen gemäß dem kongolesischen Minenrecht legal sein, allerdings ist die Rechtmäßigkeit dessen Zustandekommens ebenso zu untersuchen wie seine Vereinbarkeit mit Internationalem Recht und der kongolesischen Verfassung. Wir fordern deshalb, dass die Aktivitäten internationaler Firmen nach internationalem Recht beurteilt werden und gemäß der kongolesischen Verfassung. Zugleich stellen wir fest, dass es aktuell keine Institutionen gibt, bei der die Betroffenen Klage erheben und ihre Rechte durchsetzen könnten. Sie müssen also geschaffen werden.

 

Was einen entscheidenden Beitrag der internationalen Firmen zur wirtschaftlichen Entwicklung und Befriedung der demokratischen Republik Kongo angeht, so können wir diesen nicht ausmachen. Vielmehr ist es so, dass die Schwäche und Korruption der kongolesischen Zentralregierung in Kinshasa, wie in anderen Staaten mit vergleichba- ren Konfliktsituationen, Möglichkeiten geschaffen hat und schafft, Verträge und Abkommen zum Nachteil der jeweiligen Bevölkerung auszuhandeln. Wie die Expertenbefragungen in Berlin gezeigt haben, profitieren die internationalen Unternehmen – zum Beispiel die kanadische Firma BANRO – von dieser Situation.

 

Zudem gibt es Gründe anzunehmen, dass die Weltbank und andere Institutionen, trotz ihrer guten Informationen über die Zustände in der Demokratischen Republik Kongo – bestimmt durch drei Jahrzehnte Diktatur, zwei Kriege und den völligen Zusammenbruch der staatlichen Institutionen – die Verabschiedung dieser Verträge und eines Minengesetzes unterstützt haben, das für die kongolesische Bevölkerung schädlich war. Wir fordern, dass die spezielle Rolle der Weltbank und anderer Institutionen in diesem Zusammenhang juristisch und politisch untersucht werden.

 

2) Was die Verantwortlichkeit der EU und ihrer Mitgliedstaaten angeht, die wir in den Berliner Hearings am Einfluss europäischer und nordamerikanischer Handels- Regulierungen untersucht haben, die die Demokratische Republik Kongo betreffen, so haben wir im Lauf der Experten-Befragungen und der Einspielung der in Bukavu gemachten Zeugenaussagen festgestellt, dass beispielsweise der Dodd-Frank Act unerwünschte Effekte im Wirtschaftsleben des Ostkongos zeitigte.

 

Einige der Jury-Mitglieder stellen zudem fest, dass Regulierungsmassnahmen wie der Dodd-Frank Act nur der Imgagepflege der Elektronikindustrie dienen und auf die kongolesische Bevölkerung selbst negative Auswirkungen haben.

 

Grundsätzlich sind sich aber alle Jury-Mitglieder darin einig, dass es eine Regulierung des Mineralienabbaus und -handels geben muss. Doch wir verlangen, dass jede Regulierung, sei sie nordamerikanischer oder europäischer Provenienz, die Prioritäten und Interessen der kongolesischen Bevölkerung und speziell der artisanalen Minenarbeiter und Kooperativen integrieren muss.

 

Zudem fordern wir, dass diese Regulierungen, wenn sie dann zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgearbeitet wurden, bindend sein müssen und ihre Befolgung institutionell überwacht werden.

 

3) Was die Rolle der UNO und der NGOs bei den Menschenrechtsverbrechen im Ostkongo angeht, so stellen wir fest, dass die dort stationierte Mission der Vereinten Nationen sehr wohl imstande wäre, die Zivilbevölkerung zu schützen – so wie auch in anderen vergleichbaren Konfliktzonen. Aber trotz all ihrer Möglichkeiten, ihrer Humanressourcen, ihrer waffentechnischen, organisatorischen und budgettechnischen Kapazitäten, hat diese Mission die Bevölkerung nicht umfassend vor Angriffen geschützt und wurde so ihrem Auftrag nicht gerecht.

 

Derartige Fälle von Inaktivität der UN-Truppen – Unterlassungen ebenso wie die direkte Verwicklung in Verbrechen – müssen untersucht werden. Die Immunität der UNO darf angesichts der Schwere der Verbrechen kein rechtliches Hindernis darstellen und muss aufgehoben werden.

 

Was die Nachhaltigkeit und die Wirksamkeit des Einsatzes der internationalen humanitären Organisationen (NGOs) im Ostkongo angeht, so stimmten alle von uns befrag- ten Experten in ihrer Einschätzung überein, dass diese in ihrer aktuellen Praxis nicht zum Schutz und zur nachhaltigen Befriedung der Region beiträgt. Alle Experten stimmten darin überein, dass es für mehr Effizienz in der Arbeit der internationalen NGOs einer Langzeitplanung und der Kooperation mit lokalen Nichtregierungsorganisationen bedarf. Darüber hinaus fordern wir die Installierung eines bindenden Codes von Verhaltensregeln für NGOs, deren Einhaltung über die Finanzierung derselben zwingend entscheidet und von allen Geldgebern beachtet werden muss. Solange all dies, wie aktuell im Ostkongo, nicht der Fall ist, tragen die Aktivitäten der internationalen humanitären Organisationen nicht zur Beendigung oder Lösung, sondern zur Fortschreibung der Probleme bei.

 

C. Schlussbemerkung der Berliner Jury

Wir wiederholen: Die juristische Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen ist absolut notwendig; der gegenwärtige Zustand der Straflosigkeit solcher Verbrechen in der Demokratischen Republik Kongo ist daher unerträglich und inakzeptabel. Der Kreis der Akteursgruppen, die solche Verbrechen zu verantworten haben, geht aber weit über die Direkttäter vor Ort hinaus und umfasst neben den multinationalen Minenunter- nehmen, korrupten Regierungsmitgliedern, Händlern von Konfliktmaterialien, der Armee, den bewaffneten Gruppen etc. auch diejenigen, die es ihrerseits für ein Men- schenrecht halten, Endprodukte unabhängig von den Bedingungen ihrer Herstellung so billig wie nur irgend möglich bekommen zu können. Würden etwa für Smartphones, die ohne Ausgangsstoffe wie jene aus den kongolesischen Minen nicht funktionieren, echte Preise gezahlt, die sowohl die sozialen als auch die ökologischen Kosten des Produkts enthalten, wäre schon Wesentliches gegen das derzeitige Kontinuum von Ausbeutung und Verbrechen getan.

 

So verkündet in Anwesenheit des Präsidenten des Tribunals, Jean-Louis Gilissen, in der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin, Deutschland, am 29. Juni 2015.

 

Mitglieder der Berliner Jury

Colette Braeckman (Belgien)

Saran Kaba Jones (Liberia)

Wolfgang Kaleck (Deutschland)
Saskia Sassen (USA)
Marc-Antoine Vumilia (Demokratische Republik Kongo)

Harald Welzer (Deutschland)

 

 

THE BERLIN HEARINGS 26 – 28 JUNE 2015

The Berlin Hearings have been formally opened today, on the 26th of June 2015 at the Sophiensaele, Berlin.

 

In the second part of the Congo Tribunal Hearings the perspectives developed in Bukavu, that specifically addressed the region and its economical and political players, will be continued on a global level. International accomplices will be accused on different institutional levels: the multinational companies, the EU, its member states and Switzerland, the World Bank, the International Monetary Fund, the NGOs and the UN.

 

Follow The Berlin Hearings via the LIVE TICKER by clerk Kathrin Röggla.

 

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The Hearings will be led by Jean-Louis Gilissen and Sylvestre Bisimwa

 

Members of the Jury:

Wolfgang Kaleck (Germany), Saran Kaba Jones (Liberia), Harald Welzer (Germany), Marc-Antoine Vumilia (DRC), Colette Braeckman (Belgium), Saskia Sassen (USA)

 

 

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Photos by Daniel Seiffert

THE BUKAVU HEARINGS – THE Twangiza Site Case

Cross examination of Witness E by Chief Prosecutor Maître Sylvestre Bisimwa.

Witness E is a former employee of BANRO Corporation.

 

 

When Zaire (later Democratic Republic of Congo) was on the verge of bankruptcy in 1996, the Canadian start-up company BANRO bought the licence for gold mining from Mobutu for the Twangiza site near Bukavu. When the company began mining in 2003, the local population were to be relocated. This led to a conflict with the inhabitants of Luwhindja.

 

Key Question: Has BANRO profited from the political instability during the war in order to plunder the natural resources of Eastern Congo or are they pioneers of the industrialisation of the region?

PRESS JUNE 2015

GERECHTIGKEIT FÜR DIE OPFER DER INTERNATIONALEN MINENKONZERNE?

„Dutzende Zeugen haben in den zwei Verhandlungstagen auf der Bühne ausgesagt. Darunter eine Bäuerin, die von einer Minenfirma vertrieben wurde, ein Kommandeur einer Miliz, die eine Mine besetzt hielt, Überlebende eines Massakers, die der Armee vorwarfen, mit den Mördern unter einer Decke zu stecken. Im Zuschauerraum, der großen Aula der Universität, saßen Vertreter von Regierung und Armee, aber auch Oppositionspolitiker. Die Stimmung war angespannt, aufgebracht…“

SWR 2, 01.06.2015


 

REENACTMENT DES KONGOKRIEGES – IN VERMINTEM GEBIET

„Was sich der Schweizer Regisseur und Filmemacher Milo Rau da ausgedacht hat, klingt schier nach Größenwahn.“

TAZ, 02.06.2015

 


 

KONGO TRIBUNAL VON MILO RAU

„Vielleicht hilft uns das mehr als ein reales Verfahren.“

ORF, 02.06.2015

 


 

MILO RAU UNTERSUCHT KONGOKRIEG AUF DER BÜHNE

„Der Schweizer Theaterregisseur Milo Rau hat in der ostkongolesischen Stadt Bukavu ein dreitägiges Theater-Tribunal abgehalten. Auf der Bühne sagten Regierungspolitiker, Oppositionsvertreter, Mitarbeiter von NGOs und Opfer von Verbrechen aus, um die verstrickte Situation im Kongo zu klären.“

SRF, 03.06.2015

 


 

FILMMAKER PUTS CONGO MINING FIRMS ON TRIAL

„Industrial mining firms have been put on trial, symbolically, in a documentary film being shot in the east of the Democratic Republic of Congo.  A so-called tribunal, organized by Swiss film maker Milo Rau, has been hearing testimony for and against the firms, mainly against them, during two days of hearings in the city of Bukavu.“

VOICE OF AMERICA, 03.06.2015

 


 

VITAL KAMERHE SATISFAIT DES DÉBATS DE TRIBUNAL SUR LE CONGO

„Pendant trois jours, le tribunal a permis de revenir sur les problèmes récurrents que connaissent les populations de la Province du Sud-Kivu en raison notamment de la richesse de leurs sous-sols : les minerais du sang et le massacre de Mutarule ont été maintes fois au cœur des débats.“

INFO GRAND LACS, 04.06.2015

 


 

QUI EST RESPONSABLE DE LA GUERRE?

„Milo Rau, artiste conceptuel qui travaille sur des thèmes politiques, réunit à Bukavu les acteurs du conflit qui déchire l’est du Congo depuis une vingtaine d’années.“

DEUTSCHE WELLE, 05.06.2015

 


 

MILO RAU MACHT DEM GLOBALEN KAPITALISMUS DEN PROZESS

„Bürgerkriege, Völkermord, durchgeknallte Attentäter: Kein anderer Theaterregisseur beschäftigt sich seit Jahren so hartnäckig mit den abgründigen Kapiteln der Weltgeschichte wie der Schweizer Milo Rau.“

SRF, 06.06.2015

 


 

IM EPIZENTRUM EINES AFRIKANISCHEN KRIEGES

„Der Regisseur Milo Rau hat auf der Bühne des politischen Theaters längst eine ganz eigene Handschrift entwickelt. Sein jüngstes Projekt führt ihn in den seit Jahrzehnten vom Bürgerkrieg gepeinigten Kongo. In Scala spricht er darüber.“

WDR 5, 09.06.2015

 


 

CONGO, I „TRIBUNALI DEI CITTADINI“ SFIDA – NO LA GUERRA CIVILE

„Un tribunale di guerra sui generis, formato da membri del governo congolese e dell’opposizione, militari e ribelli, funzionari dell’Onu e della Banca Mondiale, manager di multinazionali ma anche cittadini comuni, economisti, avvocati: tutti riuniti, per ricostruire il dramma del Congo davanti a una giuria imparziale ed esterna.“

CORRIERE DELLA SERA, 10.06.2015

 


 

DAS KONGO TRIBUNAL

„Der Schweizer Regisseur Milo Rau ergründet in einem fiktiven Prozess die globalen Rohstoffkonflikte. Unser Autor ist zu ihm nach Ostafrika gereist.“

ZEIT, 11.06.2015

 


 

DIE KRAFT DES THEATERS

„Zum ersten Mal in der 20-jährigen Geschichte des Kongo-Krieges wird die Frage nach den Verantwortlichen gestellt. Ohne ein funktionierendes Justizsystems ist das Kongo-Tribunal mehr als nur Theater.“

DEINE KORRESPONDENTIN, 18.06.2015

 


 

„TRIBUNAL SUR LE CONGO“ EXAMINE LA MONDIALISATION À LA CONGOLAISE

„Ce film devra porter à travers le monde l’immense exigence de justice qui hante le peuple congolais. Pour qu’enfin la vérité soit dite, pour que les millions de morts anonymes ne soient pas oubliés et puissent enfin trouver le repos.“

LE SOIR, 18.06.2015

 


 

EIN TRIBUNAL MITTEN IM DSCHUNGEL ALS KUNSTPERFOMANCE

„Innerhalb der sicheren Grenzen Europas etwas zur afrikanischen Flüchtlingstragödie zu machen, das hat für mich mit der Realität vor Ort nichts zu tun. Was ist denn der Grund, dass die Menschen aus Afrika flüchten? Die großen Firmen, die gehen dahin. Die haben eine globale Strategie. Dann kann ich nicht als Künstler hier sitzen und sagen: „Wie schrecklich.“ Dann muss ich da auch hin, dann brauche ich eine globale Strategie.“

KÖLNER STADTANZEIGER, 18.06.2015

THE BUKAVU HEARINGS – BUKAVU JUDGEMENT (engl.)

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THE BUKAVU JUDGEMENT

Bukavu, 1 June 2015

 

 

After a year of investigation and three days of hearings, the jury of the Congo Tribunal responds as follows to the core issues that were presented publicly by the chief investigator during the Opening Session on 29 May 2015.

 

1. Have interethnic conflicts and attacks by armed groups in the east of the country become uncontrollable to such a degree that the government and the Congolese army (that is recovering from 20 years of conflict in the country) frequently fail in their attempts to restore order?

 

NO. It is our judgment that the ethnic conflicts would be controllable if there were adequate political will and accountability for power.

 

2. Are the government of the DRC and the Congolese army actors in the systematic attacks against the local population by intentionally keeping the region in perpetual disorder and insecurity, whether it is through active collaboration with armed groups or simply by being passive?

 

YES. We feel that some elements of the military and certain political leaders in the DRC are actors in the systematic attacks against the local population, but they are certainly not the only ones. The government of the DRC has a share of responsibility for the disorder and insecurity due to its shortcomings and its passivity.

 

3. Do the international community and the MONUSCO troops stationed in eastern Congo contribute to the political stabilization and to the security in this region by building a government and a weak army, albeit one that is recovering?

 

YES. It is our judgment that the „international community“ through the intermediary of MONUSCO contributes to the political stabilization and security in the region, but not in a meaningful way. If the political will were there, it could certainly do more, and do it more effectively and efficiently. Too often it is guilty of not assisting people who are at risk.

 

4. Both from a military and a logistical perspective, are the international community and the MONUSCO troops guilty of complicity by collaborating with and strengthening the army and government who do not work in favour of Congolese citizens and do not respect their human rights?

 

NO. It is our judgment that the international community is not guilty of direct complicity (aiding and abetting). Indeed, on behalf of the international community, MONUSCO works with the Government merely to implement the mandate given to it by the Security Council. This support does not equate aiding and abetting, but we emphasize the fact that the implementation of the mandate raises very serious reservations.

 

5. Does the industrial exploitation of minerals offer a basis for peace and democracy in the region, by building adequate infrastructure, creating jobs and encouraging related sectors of the local economy?

 

NO. At this stage, we consider that none of the industrial exploitation of minerals is accompanied by adequate investment in infrastructure, the creation of employment or support of local communities. If the mining companies did so, they could contribute to peace and democracy in the region.

 

6. Have the multinational companies exploiting industrially the minerals in the region benefited from the political instability during the 20 years of war to receive mining concessions with advantageous conditions and to control the natural resources of eastern Congo? If so, are they guilty of pillaging the Congolese people?

 

YES. It is our judgment that they took advantage of the political instability and the weakness of Congolese institutions to obtain mining concessions under conditions that are disadvantageous to the Congolese people. They have thus contributed to the pillaging of the DRC’s mineral resources.

 

Prepared by the jury of the Congo Tribunal in Bukavu on 1 June 2015

 

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THE BUKAVU HEARINGS – JUGEMENT DE BUKAVU (fr.)

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JUGEMENT DE BUKAVU

Bukavu, Congo 1 Juin 2015.

 

Après une année de recherches et trois jours d’audiences, le jury du Tribunal sur le Congo répond de manière suivante aux questions centrales, présentées publiquement par le chef d’enquête lors de la Session d’Ouverture du 29 mai 2015 :

 

1. Les conflits interethniques et les attaques des différents groupes armés à l’Est du pays sont-ils deve- nus incontrôlables à un degré tel que le gouvernement et l’armée congolaise qui sont en train de se remettre des 20 ans de conflits dans le pays échouent régulièrement en essayant de rétablir de l’ordre ?

 

NON. Nous jugeons que les conflits interethniques seraient contrôlables à condition d’en avoir volonté politique et pouvoir responsable.

 

2. Le gouvernement de la RDC, ainsi que l’armée congolaise, sont-ils des acteurs dans les attaques systématiques contre la population locale, en maintenant intentionnellement le désordre et l’insécurité dans la région, soit par passivité soit en collaborant avec les groupes armés ?

 

OUI. Nous jugeons que certains éléments de l’armée et des responsables politiques de la RDC sont des acteurs dans les attaques systématiques contre la population locale, mais certainement pas les seuls. Le gouvernement de la RDC par ses carences ou sa passivité a une part de responsabilité dans le désordre et l’insécurité.

 

3. La communauté internationale et les troupes de la MONUSCO stationnées à l’Est du Congo contribuent-ils à la stabilisation politique et à la sécurité dans cette région en renforçant un gouvernement et une armée encore faible mais sur le chemin de se remettre ?

 

OUI. Nous jugeons que la « communauté internationale » par l’intermédiaire de la MONUSCO contribue à la stabilisation politique et à la sécurité dans la région, mais pas de manière significative. Si la volonté politique était présente, elle pourrait certainement faire plus, mieux et plus vite. Trop souvent elle se rend coupable de non-assistance à la population en danger.

 

4. La communauté internationale et les troupes de la MONUSCO se rendent-ils coupables de complicité en collaborant et en renforçant en termes de force militaire et de logistique une armée et un gouvernement qui ne travaillent pas en faveur des citoyens congolais et ne respectent pas leurs droits humains?

 

NON. Nous jugeons que la communauté internationale ne se rend pas coupable de complicité directe. En effet, au nom de la communauté internationale, la MONUSCO qui accompagne le gouvernement se contente d’appliquer le mandat qui lui est donné par le Conseil de Sécurité. Cet appui ne représente pas une complicité, mais nous soulignons le fait que la mise en œuvre du mandat suscite de très sérieuses réserves.

 

5. L’exploitation industrielle de minerais assoiet-elle enfin une base pour la paix et la démocratie dans la région, en construisant une infrastructure adéquate, en créant des emplois et en favorisant des branches avoisinantes de l’économie locale ?

 

NON. Nous jugeons qu’à ce stade aucune exploitation industrielle de minerais ne s’est accompagnée d’un investissement dans une infrastructure adéquate, dans la création d’emploi ou dans l’appui aux communautés locales. Si les sociétés minières le faisaient, elles pourraient contribuer à la paix et à la démocratie dans la région.

 

6. Les entreprises multinationales exploitant industriellement des minerais dans la région, ont-elles profité de l’instabilité politique pendant les 20 ans de guerre pour recevoir des concessions minières à des conditions profitables et s’accaparer des ressources naturelles du Congo de l’Est ? Sont-elles dans ce cas coupables de pillage du peuple congolais ?

 

OUI. Nous jugeons qu’elles ont profité de l’instabilité politique et de la faiblesse des institutions congolaises pour obtenir des concessions minières dans des conditions désavantageuses pour les populations congolaises. Elles ont ainsi contribué au pillage des ressources minières de la RDC.

 

Le jury du Tribunal sur le Congo, Bukavu, 1 Juin 2015.

 

THE BUKAVU HEARINGS – Gallery

Photos by Andreas Tobler

 

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THE BUKAVU HEARINGS – MILO RAU’S OPENING SPEECH (german vers.)

Bukavu, 29. Mai 2015. Meine Damen und Herren, wenn sich in den drei folgenden Tagen das „Kongo Tribunal“ auf meine Initiative in Bukavu, Demokratische Republik Kongo, versammelt, um die wirtschaftlichen, identitätspolitischen, geostrategischen und regierungstechnischen Gründe des Krieges, der Unsicherheit und der Armut im Ostkongo zu untersuchen, dann steht dieses Tribunal in einer langen Tradition ähnlicher Tribunale. Vom „Nürnberger Tribunal“ (1945) – das die Verbrechen Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg untersuchte – bis zum „Vietnam Tribunal“, dem „Irak Tribunal“ oder dem „Palästina Tribunal“, die die Verbrechen der amerikanischen beziehungsweise israelischen Armee gegen die jeweilige einheimische Zivilbevölkerung untersuchte, hatten diese Tribunale immer einen klar politischen Charakter.

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